Heute Mittag sass ich, anstatt direkt ins Büro zu fahren, noch eine halbe Stunde bei meiner besten Freundin in der Küche und regte mich auf. Warum? Ich hatte einen Termin bei einem Hautarzt. Auf Anraten meiner Hausärztin, ich solle doch einfach mal meine Leberflecken checken lassen, hatte ich den Termin gemacht.

Nicht wirklich was Wildes. Krebsvorsorge muss ja heutzutage sein, besonders wenn man LANGSAM auf die 40 zu geht.

Der Doc ist, nach eigener Aussage, ehemaliger Chirurg für plastische Chirurgie und nur wegen der grossen Liebe in unser „Örtli“ gezogen, lies mich erst mal warten. Es fing also schon genervt an. Um 10 Uhr hatte ich den Termin. Ich war überpünktlich, denn auf 9 Uhr habe ich mein Katerle zum Tierarzt gebracht, zum Kastrieren … obwohl, das ist ein anderes Thema 😉

Also ich dort um 20 vor 10 Uhr rein, meinen Überweisungsschein von der Hausärztin abgegeben und direkt gefragt, ob ich arg lange warten müsse. „Nein, nein, Sie können direkt rein“ überraschte mich die Dame vom Empfang und wies mich in Richtung eines Behandlungszimmers.

Natürlich freute ich mich riesig, denn ich hasse Warten bei Ärzten. Wenn ich einen Termin habe, dann will ich auch nicht ewig warten müssen. Das Flugzeug nach Schweden wartet auch nicht auf mich 😉

Brav setzte ich mich ins Behandlungszimmer und wartete … und wartete … und wartete … nach ungefähr 35-40 Minuten zückte ich mein iphone, startete die ICQ-APP und tickerte meine Freundin an.  Wir schrieben uns locker noch 5 oder 10 Minuten, als endlich die Tür auf ging und der Doc rein kam. Er entschuldigte sich mehrfach und plapperte und plapperte.

Irgendwann sollte ich mich dann ausziehen und er untersuchte meine Leberflecke. OK, er hat es wirklich gründlich gemacht. Mit einer speziellen Taschenlampe beleuchtet und durch eine Lupe genau angeschaut. Als er aber mit meinem Rücken und den Beinen fertig war und die Flecken in meinem Gesicht, am Hals und Armen untersuchte, wich sein Blick immer wieder in mein Gesicht.

Erst dachte ich noch „oh weh, der grosse (4 mm) an der Wange, der stört ihn. Aber nein! „Wie alt sind Sie?“ fragte er mich und schob auf einmal meine Augenbrauen etwas hoch. Ohne meine Antwort abzuwarten zog er auch noch meine Augen etwas in Richtung Schläfe und meinte „Frau … also in Ihrem Alter brauchen Sie aber noch nicht solche Falten haben, da können wir was gegen unternehmen!“

Die anwesende Assistentin die immer wieder seine Leberfleckbeschreibungen notiert, nickte übertriebend zustimmend.

„Naja, soweit ist es dann wohl doch noch nicht“ antworte ich und er plappert weiter drauflos. Der Leberfleck unter der Fusssohle hat auch schon hornhautfreiere Tage gesehen. Tragen Sie oft hochhackige Schuhe?“ „Nur wenn ich Tanzen gehe, also eher …“ ich konnte nicht ausreden.

„Tanzen?“ strahlt er mir ins Gesicht „ja da brennen dann gerne mal die Füsse, wenn man es übertreibt“ und wieder nickt die Schreibkraft heftig mit den Kopf „Sie wissen, dass wir da auch mit zwei oder drei kleinen Spitzchen vorsorgen können?? Und das leichte Doppelkinn hier …“ er zupft an meiner Haut „… dafür brauchen wir auch gar keine grosse OP …“

Jetzt reichte es und ich fiel ihm etwas agressiv ins Wort „es geht hier vorangig um meine Leberflecken, besonders der auf dem Rücken!“

Ja, war ich nun beim Hautarzt oder doch beim Schlachter?? Darf es etwas mehr sein? Geschnitten oder am Stück?

Im Endeffekt bestätigte er mir dann, dass alle meine Leberflecke bedenkenlos sind und ich verabschiedete mich, um mich bei meiner besten Freundin erst mal zu beruhigen….

 

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