Das war er also, mein Urlaub in Schweden. Die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Aber ganz ehrlich, das muss man mal erlebt haben … Midsommar in Schweden

Aber fange ich mal vorne an.

Auf den Flügen nach Schweden fing die Erholung eigentlich schon an. Es lief alles glatt. Von Baden Baden nach Berlin weiter über Stockholm-Arlanda bis Umeå. Fein in den Flugzeugen gesessen und jeden Verbindungsflug ohne jegliche Hektik und Stress erreicht.

unter mir die Ostsee

Nur in Stockholm war es mal kurz brenzlig. Nach der Landung holte ich meinen Koffer vom Band und ging gemütlich Richtung Ausgang. Da kam ein Mann in Zivil auf mich zu, sprach mich erst auf Schwedisch an und auf meine „äh sorry english?“ Reaktion, plapperte er sofort auf Englisch los, dass ich doch bitte einmal mitkommen solle. Ich musste meinen Koffer öffnen.
Warum das für mich eine innere Unruhe verursachte? Nun, ich hatte jede Menge „weisse Pülverchen“ dabei. Puddingpulver, Hefe für ´s Brotbacken, Eis-Mach-Pulver, … alles Dinge, die man in Schweden nicht kaufen kann und ich mitbringen sollte.
Aber diese Sachen interessierte den schwedische Zoll gar nicht. Die waren irritiert von etwas auf dem Röntgenbildschirm, was sie nicht zu ordnen konnten. Mein Stativ für die Kamera! Aber im selben Moment, wo ich es ausgepackt hatte und sie erkannten, was es ist, war alles andere völlig egal. Ich durfte den Koffer wieder zu machen und weiter zu meinem Gate nach Umeå.

Mein Rucksack mit Kamera und Co

In Umeå dann mit dem Auto abgeholt worden und nach einer freudigen Begrüssung weiter bis zum Zielort.

Bis jetzt war ich ja erst einmal dort und das auch noch im Januar, also im tiefsten Winter. Damals war ich ja schon von Schweden begeistert, aber Schweden im Sommer hat einen besonderen Flair. Wald, Wald und noch mal Wald. Von den unenlich scheinenden Weiten ganz zu schweigen.

Wiesen und Wald

Letztes Jahr im Januar hatte ich direkt bei der Familie geschlafen. Da ich nun aber mitten in den Ferien kam, waren die zwei Jungs natürlich da und es gab nicht wirklich eine Schlafmöglichkeit für mich. Dafür durfte ich aber in einem zauberhaften Ferienhäuschen wohnen. Einer Stüga (ich glaube, das schreibt man so). Ist das nicht ein schnuffiges Häusle?

stuega

Und was soll ich euch sagen? Ich war noch gar nicht ganz angekommen, da hatte ich mich auch schon verliebt!
So sehr verliebt, dass ich meiner besten Freundin den Auftrag gab „finde heraus, was ich machen muss, um diesen süssen Wurm mit nach Deutschland zu nehmen“
Doch leider sind Tierärzte in Schweden unglaublich teuer. Dazu kommt, dass die nächste Praxis ca. 2 Stunden Autofahrt entfernt war und vermutlich wegen Midsommer gar nicht besetzt war. So habe ich die süsse Maus doch in Schweden zurück gelassen.

IMG_8956

So gesehen haben wir nicht wirklich viel unternommen, aber trotzdem habe ich viel erleben dürfen. Natürlich haben wir Zwei „nebenbei“ auch gearbeitet, schliesslich gab es ja das Eine oder Andere geschäftliche zu besprechen, aber ansonsten wurde ich voll in den Familien- und Dorfalltag eingebunden. Habe sogar beim Brennholz-Machen für den Winter geholfen und die Holzscheite geklüvt und gestapelt.

Wir haben Brennball und Volleyball mit den Anderen aus dem Ort gespielt und glaubt mir, da geht es hoch her. Vom Volleyballspielen hab ich heftig viele blaue Flecken mit nach Hause gebracht.

Der ganze Ort hat zusammen Midsommer gefeiert und ich war keine Fremde, sondern war mitten drin. Nachmittags gabe es jede erdenkliche Art von Erdbeertorten und Abends wurde zusammen gegrillt. Danach wurde es feucht-fröhlich 😉

Sogar eine Agility-Vorführung durfte ich bewundern und später bei deren Training zuschauen.

Auch in der Familie wurde lecker gegrillt und als das Wetter dann richtig warm wurde sind wir im nahegelegenen See baden gegangen. OK, wer mich kennt, weiss, dass ich nicht weiter als bis zu den Knieen im Wasser war. Aber dafür bin ich mit meiner Kamera rumgewuselt und habe so einiges aus der schwedischen Tier- und Pflanzenwelt abgelichtet.

Blaue Libelle

Das einzige was mir in meinem Urlaub zu schaffen gemacht hat, das waren die Mücken. Dafür ist Schweden ja bekannt. Im Sommer wimmelt es nur so von Mücken. Wieviele dieser „kleinen“ Mistviecher mich wirklich erwischt haben, kann ich gar nicht sagen, denn irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Aber ein Mückenstich ist wirklich gemein und ich leide immer noch an ihm. Eine Mücke hat mich direkt auf dem Augenlid erwischt!!

muecke

Egal, wie sich jeder denken kann, ist die Zeit viel zu schnell vergangen und schon sassen wir wieder im Auto zum Flughafen. Nur war der Rückflug nicht so entspannt, wie der Hinflug. In Stockholm hatte ich 4 Stunden Aufenthalt, das wusste ich ja schon vorher, schliesslich hatte ich ja die Flüge gebucht. Nur, überall im Flughafen hängen grosse Bildschirme, wo Nachrichten laufen. Und diese Nachrichten überschlugen sich regelrecht. Der erste EHEC-Fall in Schweden! Die besorgten Gesichter könnt ihr euch vorstellen.

Abschied von Schweden

Gestartet waren wir dann mit 45 Minuten Verspätung, weil unsere Maschine aus Berlin kommend bereits zu spät ankam. Und zwischen Stockholm und Berlin wurde es richtig ungemütlich. Aufeinmal kam das Signal zum Anschnallen und der Pilot machte eine Durchsage. Eine Gewitterfront direkt vor uns. Er würde zwar versuchen so weit wie möglich drumherum zu fliegen, aber das war ihm nicht wirklich gelungen. Wir wurden ganz schön durchgeschüttelt!
Währenddessen verspäteten wir uns immer mehr und als sei das Gewitter nicht genug gewesen, kreisten wir dann auch noch 4 oder 5 mal über Berlin.

Nach der Landung erreichten wir dann mit viel Hektik und Rennerei doch noch den Anschlussflug nach Baden Baden. Aber das war wirklich knapp. Das Boarding war längst beendet, unser Gate war leer, aber da stand eine Stewardess und winkte uns wildfuchtelnd zu. Wir rannten quer durch die Halle und ich hielt mich immer hinter einem recht kräftigen Mann, denn vor dem sprangen alle zur Seite  … nur eine kleine Gruppe  blieb einfach stehen und ein Mann mittendrin wurde von denen „bedrängt“. Aber auch die sprangen im letzten Moment zur Seite, kein Wunder so wie der Typ vor mir brüllte 😀
Im Vorbeirennen erkannte ich den Mann in der Gruppe. Es war Christoph Daum.

Am Gate schnauffend und japsend angekommen, wurden wir in einen kleinen Bus gedrängt und quer über den Flughafen zu unserem Flugzeug gefahren. Dann fetzten wir die Treppe hinauf und direkt hinter uns wurde die Tür geschlossen. Als wir zu unseren Sitzen gingen und noch dabei waren unser Handgepäck zu verstauen, rollte die Maschine auch schon Richtung Startbahn. Ich war fix und fertig, als ich endlich sass.

Tja und als wir in Baden Baden gelandet waren und der Schatz meiner besten Freundin mich abholte, wurde ich mit Regen begrüsst. Da kommt man aus der warmen Sonne und friert sich erst mal die Mückenstiche ab …

Alles in Allem waren es wunderschöne Tage in Schweden und ich werde wieder hinfliegen, denn es ist ein tolles Land!

Weitere Fotos findet Ihr in meiner Fotogalerie

Sädesärla auf deutsch Bachstelze

(910)

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